Folge?

richtig!

32 Jahre schafft die Schreinerei Bauereiß Wohlfühlräume aus meist regionalem Holz. Hans und Birgit haben den Betrieb gegründet. Zwei Söhne sind eingestiegen. Florian als Schreinermeister und dritter Geschäftsführer. Steffen als Geschäftsleiter und verantwortlich für Strategie und Kultur. Würth steht ihnen als verlässlicher Partner zur Seite. Die nächsten 32 Jahre können kommen.

Das Familienunternehmen

Hochwertige Möbel aus regionalem Holz: Dafür steht die Schreinerei Bauereiß in Bad Windsheim. Und das soll auch in Zukunft so bleiben. Hans und Birgit Bauereiß haben den Betrieb vor 32 Jahren gegründet. Die nächste Generation, die Söhne Florian und Steffen, übernimmt bereits Verantwortung im Geschäft – und schmiedet Zukunftspläne. Ein Gespräch über glückliche Mitarbeiter, Wohlfühlorte und die Kunst des Loslassens.

 

Haben Sie heute schon gelacht?

Familie Bauereiß lacht.

Florian Bauereiß: Ja, haben wir. Bei unserer Guten-Morgen-Runde darf jeden Tag ein anderer Mitarbeiter einen Witz erzählen, bevor wir uns an die Arbeit machen. Außerdem besprechen wir das Tagesgeschäft, anstehende Termine und klären den Status einzelner Projekte. Anfang Dezember 2020 haben wir diesen Austausch eingeführt.

Hans Bauereiß: Seither geht jeder mit einem Schmunzeln an die Arbeit.

 

Schreiner-Stammtisch, gemeinsame Team-Events, Feierabendbier: Sie legen viel Wert auf ein gutes Miteinander.

Steffen Bauereiß: Ich beschäftige mich viel mit dem Thema Unternehmenskultur. Denn: Unsere Leistung und unsere Produkte sind nur dann perfekt, wenn die Rahmenbedingungen perfekt sind. Ein Beispiel: Nach dem allmorgendlichen Witz geht jeder lachend an die Arbeit. Der tiefgründigere Sinn dahinter ist jedoch, dass Glückshormone ausgeschüttet werden und wir am Arbeitsplatz zufrieden sind. Unsere Vision haben wir bei einem Strategietag vorgestellt. Die Ziele und Maßnahmen, um dorthin zu kommen, haben wir gemeinsam mit dem Team festgelegt. Die Mitarbeiter wissen, wohin die Reise geht.

Birgit Bauereiß: Und das kommt gut an. Auch unsere Mitarbeiter bringen ihre Ideen ein. Es hat sich eine neue Dynamik entwickelt.

Hans Bauereiß: Wir beobachten, dass in anderen Branchen Mitarbeiter abgeworben werden. Wir gehen hier einen anderen Weg: Wir suchen Leute, die wirklich ins Team passen. Das ist kein einfacher Weg, aber langfristig der bessere.

Schreinerei Bauereiß

Die Zukunft der Schreinerei ist gesichert. Die beiden Söhne Florian und Steffen sind seit Jahren im Betrieb tätig. Wie sieht der Generationswechsel aus?

Florian Bauereiß: Eine Teilübergabe hat 2018 schon stattgefunden. Mein Vater hält 55 Prozent der Gesellschafteranteile, ich 45 Prozent, wobei wir gleichberechtigt handeln. So ist es für zehn Jahre angesetzt. Mein Bruder Steffen ist Geschäftsleiter.

Hans Bauereiß: Zusammen haben wir einen Plan ausgearbeitet, wie die nächsten fünf bis zehn Jahre ablaufen sollen. Ich bin froh, dass es keinen harten Cut geben wird und ich die Geschäfte noch begleiten darf. Wenn Not am Mann ist, wollen wir, meine Frau und ich, natürlich da sein. Aber wir wollen uns auch mehr Freiräume schaffen. Es wird nicht so sein, dass ich mich gar nicht lösen kann.

Birgit Bauereiß: Man muss schrittweise loslassen. Wir können uns nicht von heute auf morgen ganz zurückziehen. Wir wollen einfach die Geschwindigkeit reduzieren.

 

Apropos loslassen. Wird Ihnen das schwerfallen, Herr Bauereiß?

Hans Bauereiß: Sagen wir so: Manchmal würde ich die Dinge anders angehen, weil ich anders denke als meine Söhne. Aber ich schaue mir das an und bin hinterher fast immer positiv überrascht. Ich kann mich schon in die zweite Reihe zurückziehen. Ich habe in keiner Weise das Bedürfnis, zu kontrollieren oder reinzufunken. Aber manchmal überkommt es mich und dann muss ich meinen Senf dazugeben (lacht).

 

Wie schwer ist es heute, einen Nachfolger für den eigenen Betrieb zu finden?

Hans Bauereiß: Ich kenne einige Kollegen, deren Nachwuchs die Firma nicht übernehmen will.

Birgit Bauereiß: Wir haben drei Söhne, aber es war nie Voraussetzung, dass einer von ihnen später weitermacht. Heute sind wir sehr stolz, dass jeder seinen individuellen Weg gefunden hat und Steffen und Florian die Schreinerei weiterführen werden.

Hans Bauereiß: Im Jahr 2005 haben wir unsere neue Werkstatt in Bad Windsheim bezogen. Wir hatten die Perspektive, dass uns jemand nachfolgt. Es ist schön, dass diese Investition auch nach meiner Zeit zum Tragen kommt.

Schreinerei Bauereiß

Stand für Sie, Steffen und Florian, von Anfang an fest, in den Betrieb einzusteigen?

Florian Bauereiß: Für mich war das klar. Von meinem Vater weiß ich, was Selbstständigkeit bedeutet. Ich bin in die Arbeit in der Werkstatt reingewachsen. Je älter ich wurde, desto mehr Spaß hat mir das gemacht. So habe ich mich für eine Schreiner-Ausbildung entschieden. Der Einstieg in die Geschäftsführung hingegen war eine große Hürde. Man wechselt von der Schreinerei ins Büro und trägt das ganze Risiko.

Steffen Bauereiß: Ich konnte mir das gar nicht vorstellen. In meinen Ferien habe ich manchmal in der Schreinerei mitgearbeitet und das hat mir gereicht. Es hat mich einfach nicht gereizt. Damals wusste aber auch noch niemand, wie sich der Betrieb weiterentwickeln würde. Ich war, bevor ich in das Geschäft eingestiegen bin, in einer Werbeagentur tätig und habe nebenher die Schreinerei beworben. Als wir 2017 unseren Showroom bauten, wollte ich nicht, dass sich ein Externer um die Vermarktung kümmert. Entweder ich oder keiner, habe ich damals gesagt.

 

Und dann haben Sie losgelegt?

Steffen Bauereiß: Als erstes habe ich eine Marke für die Schreinerei entwickelt, die Buchhaltung digitalisiert und interne Prozesse optimiert.

Hans Bauereiß: Er hat den Betrieb auf links gedreht.

Birgit Bauereiß: Eine krasse Umstellung, aber Veränderungen gehören dazu. Wir sind sehr stolz, dass zwei Söhne die Schreinerei weiterführen.

Hans Bauereiß: Florian und Steffen schaffen es auch immer wieder, uns so zu begeistern, dass wir die Schritte mitgehen.

 

Warum braucht das Handwerk Marketing?

Hans Bauereiß: Das Verkaufen hat sich sehr verändert.

Florian Bauereiß: Früher war es nicht so wichtig, Kunden durch die Schreinerei zu führen.

Hans Bauereiß: Heute ist das unvorstellbar. Unseren Ausstellungsraum haben wir 2018 eröffnet. Bei unserer Betriebsgröße ist es vielleicht außergewöhnlich, dass sich einer nur um das Marketing kümmert, aber das ist absolut notwendig, um den Ausstellungsraum publik zu machen. Natürlich war es ein Aufwand, die Webseite zu gestalten, auf Instagram präsent zu sein und Veranstaltungen zu organisieren. Aber das gehört zu unserer strategischen Entwicklung.

Steffen Bauereiß: Und ganz besonders wichtig ist, der Umwelt zu sagen, wer wir sind. Sonst sagt die Umwelt uns, wer wir sind. Das geht nur mit einer glasklaren Positionierung auf dem Markt. So positionieren wir uns auch als Arbeitgebermarke, um die besten Schreiner und Schreinerinnen sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für uns zu gewinnen. Wir bieten mehr als die gewöhnlichen Vorzüge. Wir haben eine Vision und ein Feuer, das in uns brennt. Eine Kultur, die Vertrauen schafft und Entwicklungsmöglichkeiten für jeden zulässt. Nur wenn wir darüber reden, nimmt man uns wahr und wir können einen tiefgründigen Sinn und Motivation stiften.

 

Momentan arbeiten Sie alle im Betrieb mit. Da bleiben Meinungsverschiedenheiten nicht aus, oder?

Florian Bauereiß: Reibungspunkte gibt es eigentlich nur, wenn man das Private und das Berufliche miteinander vermischt.

Steffen Bauereiß: Um genau das zu vermeiden, testen wir gerade eine Kommunikationsuhr. Auf dieser halten wir fest, wer mit wem wie spricht. Also spreche ich als Sohn privat zu meinem Vater oder spreche ich als Geschäftsleiter zu meinem Vater als Geschäftsführer. So kann man das Gesagte besser reflektieren, wenn man sich der Rollen bewusst ist.

Hans Bauereiß: Es ist hilfreich, dass jeder von uns sein eigenes Spezialgebiet hat. So gibt es wenig Streitereien. Man akzeptiert, was der andere macht. Das hat mit Respekt zu tun.

Florian Bauereiß: Es gab auch mal hitzige Diskussionen, aber letztlich haben wir eine Vorbildfunktion. Wir müssen ein gutes Miteinander vorleben, sonst brauchen wir dies von den Mitarbeitern nicht zu verlangen.

Schreinerei Bauereiß

Kann der Austausch zwischen Jung und Alt nicht auch sehr inspirierend sein?

Hans Bauereiß: Florian und ich können auf fachlicher Ebene richtig gut zusammenarbeiten. Er ist seit sechs Jahren im Betrieb und hat viel Erfahrung. Wir stecken bei herausfordernden Projekten auch mal die Köpfe zusammen.

Birgit Bauereiß: Steffen entlastet mich im Büro. Wir erhalten viele Anfragen übers Internet. Er ist da richtig hartnäckig und telefoniert den Kunden nach. Wir fragen unsere Söhne auch oft um Rat.

 

Ein Blick in die Zukunft, Herr und Frau Bauereiß: Machen Sie sich schon Gedanken über die Zeit nach Ihrem Ausstieg aus dem Betrieb?

Hans Bauereiß: Ich möchte mein Wissen und meine Erfahrung meiner über 30-jährigen Selbstständigkeit weitergeben, um junge Schreinermeister weiterzubilden – in Form von einer Akademie. Es wäre schon schade, wenn das Wissen in Rente geht und niemand mehr was davon hat.

Birgit Bauereiß: Der Betrieb wird wachsen. Die Frauen meiner Söhne haben sicher ihre Ideen. Auch den Enkelkindern bringen wir das Handwerk näher.

 

Und bei Ihnen, Florian und Steffen: Schmieden Sie schon Pläne für die Zeit, in der die Zukunft der Schreinerei in Ihren Händen liegt?

Florian Bauereiß: Natürlich! Unsere Vision ist, eine Wohlfühloase zu schaffen. Einen Ort, an dem man sich wohlfühlt und das pure Leben genießen kann. Wir wollen ein Gebäude bauen, in dem verschiedene Wohlfühlorte Platz haben, zum Beispiel ein Restaurant, Kinderbetreuung, Co-Working-Space und ein Yoga-Studio – natürlich ausgestattet mit unseren Möbeln. Die Leute sollen vorbeikommen, es sich gut gehen lassen, unsere Ausstattung testen und bestenfalls unser Kunde werden.

 

Das sind große Pläne. Gibt es auch Dinge, an denen Sie festhalten werden?

Florian Bauereiß: Der Familienbetrieb soll ein Familienbetrieb bleiben. Es steckt viel Herzblut drin. Wir wollen auch weiterhin junge Leute ausbilden und uns engagieren, beispielsweise in Form von Spenden an Vereine oder Organisationen.

Steffen Bauereiß: Die eigene Produktion ist uns wichtig, auch die Wertigkeit der Produkte. Schließlich steht da unser Name drauf. Wo „Bauereiß“ draufsteht, steckt Qualität drin. Schon immer. Und das wird auch so bleiben.

Schreinerei Bauereiß
Weitere Themen

Blick?

wechsel!

Problem?

los!

Welt?

offen!

Technik?

begeistert!

Respekt?

voll!

Facetten?

reich!

Gast?

freundlich!

Weg?

weisend!

Folge?

richtig!

Zukunfts?

sicher!

Danke?

schön!